Sonntag, 27. Juli 2014

HO CHI MINH CITY

Hallo ihr Lieben! 

Wir versuchen uns heute kurz zu fassen, denn wir haben nicht mehr viel Akku und außerdem liegt die Würze ja sowieso in der Kürze (wie betagte Deutschlehrer so gerne sagen). 

Wir haben die letzten drei Tage in Ho Chi Minh City verbracht und sicherlich nicht jeden, aber doch sehr viele Winkel dieser verrückten Stadt entdeckt. Wäre HCMC (nach dem zehnten Mal möchte man diesen Namen einfach nicht mehr ausschreiben) ein Mensch, wäre es eine verbrauchte, kettenrauchende, bipolare Prostituierte mit knallroten Krallen. Wir haben noch nie so viele Mopeds auf einem Fleck gesehen! Es scheint als würden auf jeden Einwohner zwei Mopeds kommen. Zebrastreifen sind eine Rarität, aber nach dem dritten zaghaften Mal Straße überqueren, hat man den Dreh raus und irgendwann ist man schon so abgebrüht, dass man einfach schnurstracks die Straße überquert und davon ausgeht, dass die anderen schon bremsen werden. Wir waren nicht nur einmal verwundert, dass wir ohne Kratzer davongekommen sind. 

Das lustigste was wir in HCMC unternommen haben, war eindeutig der "Dam Sen Theme Park", der eigentlich für kleine Kinder gedacht ist, uns aber furchtbar viel Freude bereitet hat. Der Melina eigentlich noch mehr als mir (Vielleicht sollten wir an diesem Punkt enthüllen, dass wir natürlich nicht alles gemeinsam fotografieren und schreiben. Die wunderschönen Fotos sind ausnahmslos von der Melina, die das hoffentlich zu ihrem Beruf macht irgendwann und diese bescheidenen Zeilen sind von meiner Wenigkeit, eurer Agnes oder Ago.), denn ich bin einfach ein unglaublich schreckhafter Mensch und noch dazu ein großer Hosenscheißer, also habe ich mir bei jedem Dinosaurier, jeder Hochschaubahn, jedem Schritt im Haunted Castle circa die Seele aus dem Leib geschrien, was die Melina natürlich hoch amüsant fand. Witzige Fotos findet ihr weiter unten. 

Sonst gibts nicht viel zu erzählen, außer dass wir beiden ungefähr die größten Würstel auf der ganzen Welt sind. Warum? Weil wir nicht wussten, dass es mehr als einen Flughafen in Bangkok gibt. Ist halt bisschen blöd, wenn man zwei verschiedene Flüge bucht (HCMC-Bangkok, Bangkok-Surat Thani) und dann am Sivarnabumibibablabla Flughafen in Bangkok steht, den nächsten Flug nicht auf der Anzeigetafel findet und draufkommt, dass es tatsächlich noch einen anderen Flughafen namens Dong Mueng gibt, der sich blöderweise am anderen Ende der Stadt befindet ("Ah!!Deswegen hat der Flug nur 30 Euro gekostet!"). Wir sind also ins Taxi gesprungen ("Get us to Dong Mueng NOW!!"), der Taxifahrer ist geschätzte 150 kmh gefahren und hat uns währenddessen noch von den Full Moon Parties erzählt und Gott sei Dank ist sich dann eh noch alles ausgegangen. 

Ja und jetzt sind wie hier auf Koh Tao, dürfen auf türkisblaues Wasser schauen und uns den salzigen Wind ins Gesicht blasen lassen. Also uns geht's gut. :) 

Bussi bussi und bis (leider, denn unsere Zeit hier geht bald zu Ende...) bald, 

eure Agolina! 













Montag, 21. Juli 2014

MUI NE

Ja Halloservusgrüßeuch! 

Wahnsinnig wie wir sind, finden wir uns nun schon im vierten Land innerhalb von drei Wochen wieder und so langsam wird uns klar, dass wir uns irgendwo ein bisschen verkalkuliert haben. Also zeitlich. Und was die Distanz betrifft...Das soll heißen, man könnte eigentlich ruhig und ohne schlechtem Gewissen in jedem dieser Länder locker drei Wochen verbringen. Vor Allem in Vietnam. Also wie groß dieses Land tatsächlich ist, begreifen wir erst jetzt langsam, aber da unsere Sehnsucht nach Strand, klarem Wasser und Sonne (wir müssen halt schon einen gewissen Knusprigkeitsgrad erreichen...), schon so groß ist, dass wir sie kaum noch ertragen können, haben wir beschlossen kommenden Samstag nach Thailand zu fliegen und uns noch ein paar Inseln zu gönnen. Das lässt halt nicht viel Zeit für Vietnam, aber wir schauen, dass wir das Beste draus machen!

Im Moment befinden wir uns in Mui Ne, das im Süden an der Küste liegt. Viel mehr muss man zu diesem Flecken Erde auch nicht sagen, denn der Bär steppt hier wahrhaftig nicht. Es gibt ein Resort nach dem Anderen, auf der anderen Straßenseite wechseln sich Restaurants und Massagesalons ab. Das Meer ist leider braun, was wahrscheinlich mit den darin herumtreibenden Flankerln zu tun hat. Drinnen waren wir nur mit den Füßen, aber dann haben wir den widerlichen Schaum entdeckt, der an den Strand geschwappt wird und sind angeekelt wieder ins Trockene gegangen. 
Das hört sich ja fast so an, als würden wir schon wieder raunzen, was wir -Gott bewahre- sicher nicht möchten. 
Wir freuen uns darüber, dass wir nach dem ganzen Busgefahre auch mal faul herumliegen, lesen und uns vom Rauschen des Meeres in den Schlaf lullen lassen dürfen. 

Ach und eine richtig coole Sache hat Mui Ne ja doch zu bieten! Und zwar Sanddünen, einmal in weiß und einmal in rot und auf denen herumzuwandern, sich die Haare vom Wind zerzausen und die Beine vom herumfliegenden Sand zerkratzen zu lassen, war sehr abenteuerlich! Trotzdem ist uns klar geworden, dass es wenige Dinge gibt, die furchtbarer wären, als in der Wüste ausgesetzt zu werden. Hoffen wir, dass uns das nie passieren wird. 

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen, außer dass auch hier in Vietnam nicht viel Wert auf Müllentsorgung und Umweltschutz gelegt wird und dass uns langsam diese ganze Backpacker Community ziemlich auf die Nerven geht. Wenn einem der zehnte Mensch die immer gleichen Fragen stellt und die immer gleichen Antworten gibt, verliert man einfach irgendwann das Interesse. Vielleicht sollten wir uns T-Shirts drucken lassen, auf denen "I only speak Suaheli steht", damit wir endlich in Ruhe gelassen werden. 

Wir halten euch wie immer auf dem Laufenden. 
In treuer Liebe, 

eure ergebene Blogalina. 












Donnerstag, 17. Juli 2014

PHNOM PENH

Liebe Lesers und Lesersinns, 

wieder einmal haben wir unsere symbolischen Zelte aufgebrochen und haben uns von Siem Reap nach Phnom Penh begeben. 
Dieses Mal hat sich zwar niemand in irgendeiner Art und Weise entleert, dafür haben wir wieder das Zeitgefühl der Asiaten zu spüren bekommen. Bei einer Strecke für die man länger als fünf Stunden braucht, sollte man prinzipiell ein bis drei Stunden dranhängen, um halbwegs nahe an die geschätzte Ankunftszeit ranzukommen. Aber Hey, immerhin hat niemand gekotzt, unsere Füße wurden auch nicht gegrillt und als uns ein unidentifizierbares schwarzes Fluginsekt belästigt hat, nahm einer der Einheimischen Fahrtgäste beherzt einen Flip Flop zur Hand, um die Bestie zu bezwingen. 

In PP angekommen, hat es dann zur Abwechslung geregnet (Seriously Wetter?!) und das in Kombination mit der Dunkelheit und dem Gestank der Großstadt hat nicht gerade dazu beigetragen, dass wir uns wohlgefühlt haben. Nach über einer halben Stunde herumfahren, haben wir dann endlich ein vermeintlich erträgliches Hostel gefunden, wo sich eine nette kleine Überraschung unter Agos Kopfpolster versteckt hatte, nämlich eine FETTE Kakerlake und -als wäre das nicht schon schlimm genug- noch irgendetwas, aber das war zu schnell weg um es erkennen zu können. Ob das gut oder schlecht war, keine Ahnung. Das Problem mit Kakerlaken ist, dass sie einfach absolut widerlich sind. Diese Dinger sind immun gegen radioaktive Verstrahlung und können auch ohne Kopf noch chillig weiterleben. Möchte man sich also mit sowas ein Bett teilen? Finden wir nicht, deswegen haben wir unsere Sachen gepackt und sind in ein schönes sauberes Hotel gezogen, wo man auf die Bemerkung, dass sich eine Kakerlake im Bett befindet, nicht mit einem gelangweilten Schulterzucken reagiert. 

Nach einer ruhigen Nacht in einem weichen und duftenden Bett, haben wir uns heute die Killing Fields angesehen. Ein Stück Land außerhalb von PP, das während des Regime der Khmer Rouge als Vernichtungsanlage verwendet wurde. Mit einem Audioguide bestückt geht man von Station zu Station und taucht immer tiefer in die Geschichten ein die sich hier abgespielt haben. Ungläubig schütteln wir beide nur immer wieder den Kopf, weil wir nicht verstehen können, was Menschen dazu bewegt anderen Menschen so etwas anzutun. Familien auseinanderzureißen, zu foltern, Säuglinge zu töten. 
Es ist wichtig, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen, aber nach zwei Stunden auf den Killing Fields, war unsere Stimmung im Keller und wir beschlossen uns noch ein bisschen die Stadt anzuschauen, bevor wir am Abend den Nachtbus nach Ho Chi Minh City nehmen würden. 

An dieser Stelle möchten wir noch ein paar abschließende Worte zu Kambodscha sagen: die Tempelanlagen in Angkor waren toll, die Menschen sind superfreundlich, Siem Reap ist eine Touristenhochburg und Phnom Penh ein staubiger, schmutziger, stinkender und lauter Albtraum. Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden, aber so bald müssen wir nicht wieder nach Kambodscha. Vietnam here we come! 

Bussises 
















Dienstag, 15. Juli 2014

SIEM REAP

Suasdey unsere Lieben! 

Wie unglaublich brav sind wir eigentlich, dass wir euch schon nach vier Tagen mit einem neuen Post beglücken???
Rekapitulieren wir mal was in den letzten paar Tagen passiert ist. Wir haben Luang Prabang nach einem äußerst stressigen letzten Tag (Flug nach Siem Real gebucht, keine der Kreditkarten hat funktioniert; Bankomatkarte auch nicht; Bank konnte uns nicht helfen; Western Union hatte nicht offen; Online Überweisung ging auch nicht; endlose Telefonate mit der Bank in Österreich; ein misstrauischer Travel Agency Besitzer, der uns mit dem Moped aufgespürt hat, nachdem wir nach eineinhalb Stunden "Geld holen" noch immer nicht zurück waren; Gott sei Dank haben uns unsere neuen deutschen Freunde aus der Misere geholfen, sonst wären wir wahrscheinlich immer noch in Laos!), den Rücken gekehrt und sind seit Sonntag in Siem Reap. 
Natürlich ist das WM-Finale nicht an uns vorübergegangen (Juhu Schland!), wobei wir aber sagen müssen, dass unser Highlight des Abends definitiv der Auftritt von Shakira war. Obwohl der Dance Circle,der sich spontan auf der Straße zwischen den Bars gebildet hat, auch nicht schlecht war. Wir haben keine Ahnung wer das initiiert hat, aber plötzlich war er da und als dann ein ca 12-jähriges kambodschanisches Mädchen angefangen hat zu poppen und zu locken wie eine Irre, sind uns die Kinnladen endgültig heruntergefallen. 

Heute sind wir schon um Dreiviertel fünf (Ja, in der Früh!!) aufgestanden und natürlich nicht aus Lust und Laune, sondern weil wir uns den Sonnenaufgang beim Angkor Wat geben wollten. Der war leider nicht so spektakulär, denn anscheinend hat das Wetter hier beschlossen uns unseren Aufenthalt so richtig angenehm zu gestalten, also regnet es mal mindestens den halben Tag und den Sonnenaufgang haben wir vor lauter Wolken kaum gesehen. 
Jetzt wollen wir aber mal nicht raunzen, denn immerhin hat nicht jeder die Möglichkeit durch Angkor zu spazieren, bevor die ganze Herrlichkeit vollends zerbröselt. Es war -abgesehen von der Hitze und dem Fakt, dass es im gesamten Areal genau eine Pinkelstation gibt- eine einmalige Erfahrung. 
Einmalig leider auch in dem Sinne, dass uns zum ersten Mal bewusst geworden ist, wie arg verstrickt in die Tourismusmaschinerie, schon die kleinsten der Kleinen sind. Wenn einen zum zehnten Mal ein siebenjähriges Kind am Ärmel zupft und mit Welpenblick und flehender Stimme einen Dollar für das immer gleiche Postkartenset haben will, mischen sich Mitleid und Genervtheit zu gleichen Teilen und wir sind dankbar für das Privileg der sorgenfreien Kindheit, die wir haben durften. 

Morgen werden wir unser neues Nomadenleben fortsetzen und nach Phnom Penh weiterziehen und von dort dann endlich nach Vietnam. Natürlich halten wir euch auf dem laufenden und natürlich seid ihr wie immer herzlich eingeladen zum kommentieren/liken/Senf dazugeben. 

Bussibussi, 

eure Agolina.