Donnerstag, 17. Juli 2014

PHNOM PENH

Liebe Lesers und Lesersinns, 

wieder einmal haben wir unsere symbolischen Zelte aufgebrochen und haben uns von Siem Reap nach Phnom Penh begeben. 
Dieses Mal hat sich zwar niemand in irgendeiner Art und Weise entleert, dafür haben wir wieder das Zeitgefühl der Asiaten zu spüren bekommen. Bei einer Strecke für die man länger als fünf Stunden braucht, sollte man prinzipiell ein bis drei Stunden dranhängen, um halbwegs nahe an die geschätzte Ankunftszeit ranzukommen. Aber Hey, immerhin hat niemand gekotzt, unsere Füße wurden auch nicht gegrillt und als uns ein unidentifizierbares schwarzes Fluginsekt belästigt hat, nahm einer der Einheimischen Fahrtgäste beherzt einen Flip Flop zur Hand, um die Bestie zu bezwingen. 

In PP angekommen, hat es dann zur Abwechslung geregnet (Seriously Wetter?!) und das in Kombination mit der Dunkelheit und dem Gestank der Großstadt hat nicht gerade dazu beigetragen, dass wir uns wohlgefühlt haben. Nach über einer halben Stunde herumfahren, haben wir dann endlich ein vermeintlich erträgliches Hostel gefunden, wo sich eine nette kleine Überraschung unter Agos Kopfpolster versteckt hatte, nämlich eine FETTE Kakerlake und -als wäre das nicht schon schlimm genug- noch irgendetwas, aber das war zu schnell weg um es erkennen zu können. Ob das gut oder schlecht war, keine Ahnung. Das Problem mit Kakerlaken ist, dass sie einfach absolut widerlich sind. Diese Dinger sind immun gegen radioaktive Verstrahlung und können auch ohne Kopf noch chillig weiterleben. Möchte man sich also mit sowas ein Bett teilen? Finden wir nicht, deswegen haben wir unsere Sachen gepackt und sind in ein schönes sauberes Hotel gezogen, wo man auf die Bemerkung, dass sich eine Kakerlake im Bett befindet, nicht mit einem gelangweilten Schulterzucken reagiert. 

Nach einer ruhigen Nacht in einem weichen und duftenden Bett, haben wir uns heute die Killing Fields angesehen. Ein Stück Land außerhalb von PP, das während des Regime der Khmer Rouge als Vernichtungsanlage verwendet wurde. Mit einem Audioguide bestückt geht man von Station zu Station und taucht immer tiefer in die Geschichten ein die sich hier abgespielt haben. Ungläubig schütteln wir beide nur immer wieder den Kopf, weil wir nicht verstehen können, was Menschen dazu bewegt anderen Menschen so etwas anzutun. Familien auseinanderzureißen, zu foltern, Säuglinge zu töten. 
Es ist wichtig, sich mit solchen Dingen auseinanderzusetzen, aber nach zwei Stunden auf den Killing Fields, war unsere Stimmung im Keller und wir beschlossen uns noch ein bisschen die Stadt anzuschauen, bevor wir am Abend den Nachtbus nach Ho Chi Minh City nehmen würden. 

An dieser Stelle möchten wir noch ein paar abschließende Worte zu Kambodscha sagen: die Tempelanlagen in Angkor waren toll, die Menschen sind superfreundlich, Siem Reap ist eine Touristenhochburg und Phnom Penh ein staubiger, schmutziger, stinkender und lauter Albtraum. Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden, aber so bald müssen wir nicht wieder nach Kambodscha. Vietnam here we come! 

Bussises 
















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