Freitag, 11. Juli 2014

CHIANG RAI - LUANG PRABANG

Liebe Liebis! 

Sorry, dass wir uns soviel Zeit gelassen haben mit dem nächsten Eintrag, aber wenn ihr wüsstet was uns alles in den letzten paar Tagen passiert ist...Wir haben das extra nicht über SMS oder Whatsapp kommuniziert, weil es erstens zuviel ist um es in eine kleine Textnachricht zu quetschen und wir zweitens auch ein bisschen Zeit zum Verarbeiten gebraucht haben. Keine Sorge! Es geht uns gut, niemand ist verletzt oder krank, uns wurde nichts gestohlen und ich glaube am Besten fangen wir jetzt einfach mal an zu erzählen: 

Von Chiang Mai sind wir in Richtung Norden gefahren und haben einen Stop in Chiang Rai eingelegt, wo es während der ganzen Zeit die wir dort waren, nur geregnet hat. Wir waren in dementsprechend guter Laune und wollten eigentlich nur schnell weg, was wir dann auch gemacht haben (abgesehen von einem kleinen Abstecher zum weißen Tempel, der echt cool war!). Von Chiang Rai haben wir einen Bus zur Grenze genommen, also eigentlich nach Chiang Kongh, von dort ein Tuktuk zur Grenze, von der thailändischen Grenze zur laotischen NOCHMAL einen Bus, dann nochmal ein Tuktuk zum Busbahnhof und das alles zusätzlich dazu, dass wir an der Grenze nicht genug Geld für unsere Visa hatten, weil die auf einmal statt 30 Dollar, 36 Dollar gekostet haben, aber das haben wir alles bravourös gemeistert und als wir dann schließlich am Busbahnhof in Houay Xai (oder irgendwie so) angekommen waren und man uns sagte, dass die Busfahrt nach Luang Prabang nicht -wie angenommen- 3 oder 4 Stunden sondern 14 (!!!) Stunden dauert, wussten wir nicht ob wir zuerst hysterisch lachen oder weinen sollen. 

Aber was hätten wir tun sollen? Wir waren mehr oder weniger in der Pampa, also haben wir uns dann letztendlich für die 10 Stunden Variante im Minibus entschieden (was sich später als DER Fehler unseres Lebens herausstellen sollte) und da wir noch mehr Glück hatten, hatten wir den letzten Bus verpasst und mussten in einem creepy Hotel direkt am Busbahnhof übernachten. Niemand wollte eine Unterschrift oder auch nur einen Ausweis sehen, wir hätten drogensüchtige Serienkiller sein können und es wäre denen scheißegal gewesen. 

Unser Zimmer war dann die nächste Enttäuschung, das war nämlich extrem ranzig, aber der Höhepunkt war eindeutig das Bad, das nämlich so abartig schlimm nach Abfluss gestunken hat, dass wir nachdem wir pinkeln waren, uns auch in Gullies verwandelt haben. Im Laufe des Abends gingen wir so weit, dass wir uns vor dem Pinkeln ausgezogen und die Haare zusammengebunden haben, damit der widerliche Geruch nicht anhaften konnte. Als wäre dieser Tag nicht schon schlimm genug gewesen, konnten wir dann kaum schlafen, weil wir uns so angeschissen haben vor dieser Einöde in der wir da gelandet waren. Als einzige Frauen in einem Hotel mit vielleicht 4 Gästen, in einem Land wo niemand drei Wörter Englisch spricht und die Einheimischen einen wunderlich anschauen, weil man anders aussieht. Unsere Panik ging so weit, dass wir die Tür mit unseren Rucksäcken verbarrikadiert und uns überlegt haben, aus welchen Utensilien wir uns Waffen zur Verteidigung basteln könnten. Der Lattenrost ist leider ausgeschieden, weil er dann doch zu solide gebaut war. 

Irgendwie haben wir diese Nacht dann doch halbwegs überstanden uns sind am nächsten Tag pünktlich in unserem Minibus gesessen. Da haben wir noch gedacht, dass das schreiende Kleinkind in der Reihe vor uns, unser größtes Problem sein würde. Denkste. Auf unsere Frage warum denn der Kleine weint, meinte man " He no like bus." Das fanden wir noch sehr verwunderlich, weil welches kleine Kind fährt denn nicht gerne Bus? Ach wie naiv wir doch waren. 
Der Bus setzte sich halbvoll in Bewegung, wir schauten aus dem Fenster und freuten uns über die hügelige, immergrüne Landschaft und dann hielten wir in einem kleinen Dorf, um noch zwei Leute mitzunehmen. Da haben wir uns noch gewundert warum der Busfahrer der jungen Frau eine Rolle Plastiksackerl in die Hand gedrückt und ihr erklärt hat, wie man das Seitenfenster öffnet. Wir setzten uns wieder in Bewegung und bemerkten nach circa zehn Minuten Fahrt, dass von weiter hinten gleichmäßige Spuckgeräusche kamen. Da haben wir uns noch nichts gedacht. Selbst als die junge Laotin ein mit weißlicher Flüssigkeit gefülltes Sackerl nach vorne reichte, damit die Melina es aus dem Fenster werfen kann, haben wir uns NOCH IMMER NICHTS gedacht. Aber als dann keine fünf Minuten später eine weitere Laotin, diesmal in der Reihe vor uns, began sich lauthals auch in ein Plastiksackerl zu übergeben und dieses dann nach getaner Arbeit aus dem Fenster warf, war uns alles klar. Wir saßen in einem Minibus mit nicht nur einer, sondern zwei Personen die schwerst "car-sick" waren und wir waren noch nicht mal annähernd am Ziel! Während sich der Bus also auf, mit Schlaglöchern dekorierten, Serpentinenstraßen die Berge rauf und runter wand und sich gleichzeitig mit einem widerlichen Gestank füllte, überlegten wir fieberhaft, wie wir diesem Horror entgehen könnten. Aber der Gedanke in irgendeiner laotischen Geisterstadt auszusteigen und nicht genau zu wissen, wie wir weiterkommen würden, war noch schlimmer als der Gedanke weitere neun Stunden in diesem Bus zu versumpern. Dann begannen die Mutter vor uns UND ihr Kind mehr oder weniger gleichzeitig, sich auch zu übergeben. Hier möchten wir eine Schweigeminute einlegen. 

Wir saßen also eingepfercht in einem winzigen Bus, unter unseren Sitzen blies eine Lüftung/Heizung/Tor zur Hölle??? saunawarme Luft auf unsere Füße, rund um uns reihernde Laoten, Schlaglöcher die uns möglicherweise leichte Gehirnerschütterungen beschert haben, Gestank, Hitze, nicht trinken können weil man nur alle paar Stunden an einer Raststation hält und noch achteinhalb Stunden Fahrt vor uns. 
Irgendwann hielten wir in einer Stadt um Mittagspause zu machen und ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken...Ja, die Speibis haben tatsächlich zu Mittag gegessen und oh  Wunder!, zurück im heißen Bus, haben sie sich natürlich wieder entleert. Aber es schien für sie das normalste auf der Welt zu sein! 
Und für jeden Laoten der unseren Bus verlassen hat, ist ein neuer eingestiegen. Von denen hat sich zwar nicht jeder, aber immerhin jeder zweite auch angereihert. 


Es ist uns auch jetzt, drei Tage später, noch immer ein Rätsel wie wir diese zehn Stunden Horror-Busfahrt überstanden haben. Als wir in Luang Prabang angekommen sind, haben wir beide erstmal zu weinen begonnen. Aus Erleichterung, Erschöpfung, Unverständnis und fünf Millionen anderen Gefühlsregungen die wir in diesem Moment verspürt haben. Aber Gott sei Dank heilt die Zeit alle Wunden und wenn man mal die Augen aufmachen und sehen kann wie wunderschön Laos ist, dann sind schlimmen Sachen schnell wieder vergessen. Deswegen gibt es jetzt noch, nach diesem langen und unerfreulichen Text, ein paar schöne Fotos von den Kuangsi Waterfalls (oder auch: Paradies auf Erden) und vom weißen Tempel. Natürlich nur für euch, unsere Lieben. :) 

P.S: Diese Zeilen wurden bei Frühstück mit Ausblick auf den Donkey Kong, äh Mekong geschrieben. Also schlecht geht es uns definitiv nicht mehr! ;) 














1 Kommentar:

  1. ich weiss es war für euch nicht lustig, aber ich hab so lachen müssen, speziell bei der Schweigeminute. Ihr seid ja auch ziemlich entschädigt worden, die Bilder sind wow ....; ick bn sprachlos. Ah - wer ist eigentlich die exzentrische Oide?? (letztes Bild)

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